David Weiss
STOPPING PLACES VI . GRUPPENAUSSTELLUNG

Sehr geehrte Journalistinnen und Journalisten,

die Galerie Kai Dikhas – die Galerie für zeitgenössische Kunst der Sinti und Roma –   zeigt vom 02. Dezember 2017 bis 20. Januar 2018 die Gruppenausstellung STOPPING PLACES VI. Die Eröffnung findet am Freitag, den 01. Dezember 2017 von 19 bis 21 Uhr im Aufbau Haus am Moritzplatz in Berlin-Kreuzberg statt. Dazu möchten wir Sie herzlich einladen.

Die Galerie hält inne und wirft mit acht zeitgenössischen Künstler_innen aus ganz Europa einen Blick zurück auf die Ausstellungsarbeit des vergangenen Jahres. "Stopping Place" heißt so viel wie Rastplatz oder Haltepunkt. Für uns sind diese Kunstwerke Wegmarken, an denen wir reflektierend zurück und nach vorne blicken.

Nach ihren jährlichen Vorgängerausstellungen STOPPING PLACES I - V ist auch STOPPING PLACES VI die Bilanz und Gegenwartsdiagnose der Galerie Kai Dikhas. Unserer diesjährigen Einladung sind acht sehr unterschiedlich arbeitende Künstler_innen gefolgt. Das Ergebnis ist ein abwechslungsreiches Kaleidoskop, sowohl hinsichtlich der unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten als auch des divergierenden Umgangs mit der sie einenden Thematik.

STOPPING PLACES VI fragt vor einem sich weiter verschärfenden Hintergrund nach dem Umgang mit dem in Gesamteuropa eskalierenden Antiziganismus: DOES HISTORY REPEAT ITSELF? Die Situation der europäischen Roma lenkt den Blick davon ab, zu sehen, dass die Roma ein transnationales Volk sind, dem es trotz heterogener Lebensweisen und der Herkunft aus unterschiedlichen indischen Völkern gelungen ist, sich in der Diaspora als Einheit zu begreifen -  etwas, was in Europa erst noch gelingen soll.

Der Künstler ALFRED ULLRICH präsentiert drei Arbeiten, die er für die diesjährige erfolgreiche Ausstellung der Galerie in Prag, AKATHE TE BESHEN - JSME TU, ABYCHOM TADY ZUSTALI gefertigt hat: In Anwendung der Technik des Rohrschach-Tests, der in der Psychoanalyse verwandt wird, hat er drei abstrakte wie andeutungsvolle Grafiken zu Franz Kafka geschaffen, die wir in dieser Ausstellung erstmals in Berlin präsentieren.

 

Aus der vielbeachteten WUNDERKAMMER I von KÁLMÁN VÁRADY, in der uns 2017 erstmalig seine Kunst in ihrer gesamten barocken Vielfalt als Rauminstallation begegnete, treffen wir in seiner Installation einen Gypsy Warrior, den auf einer Schildkröte durch Raum und Zeit reisenden silbernen Jungen und seine Skulptur LADJO CHAVO wieder.

 

DELAINE LE BAS zeigt Elemente ihrer künstlerischen Auseinandersetzung zum Thema des griechischen MEDEA-Mythos, mit dem sich die Künstlerin und ihr Kurator seit 2015 auseinandersetzen und die im Rahmen eines geplanten Theaterprojektes 2018 ihr eigentliches Medium finden werden. DAMIAN LE BAS zeigt einige seiner collagierten Landkarten, die uns mit ihm eigener Ironie den Weg in eine andere Welt weisen mögen. Das Künstlerpaar reüssierte mit seiner Kunst mit besonderem Erfolg auf dem kürzt beendeten 3. Berliner Herbstsalon des Gorki Theaters.

 

Ein Hauptwerk der Ausstellung ist das Triptychon WAVE OF DARKNESS des rumänischen Künstlers GEORGE VASILESCU sein, welches im Rahmen seiner letzten Solo-Ausstellung in der Galerie entstand.

 

Ein neuer Künstler der Galerie ist der bosnische Maler Mersud Selman. Er widmet sich mit 20 Portraits von Frauen der Minderheit dem Thema der andauernden Diskriminierung von Romnia. Auf seinen Reisen hat er in unterschiedlichen europäischen Ländern Portraits angefertigt, die er nun im Kunstraum Dikhas Dur zu quasi einer Ausstellung in der Ausstellung zusammenführt. Wir sind gespannt auf die geplante gemeinschaftliche Ausstellung des jungen Künstlers mit seinem Bruder Ferdi und seiner Cousine Selma 2018.

 

DAVID WEISS zeigt in Vorschau zu unserer im kommenden Jahr geplanten Ausstellung von Künstlerportraits unter anderem sein aktuelles Selbstbildnis und weitere, von seiner Studienreise nach Burkina Faso inspirierte, neue Werke. Ein Teil dieser Serie ist gleichzeitig in  unserer Ausstellung AKATHE TE BESHEN - MASTEPEN THAJ SASTEPEN im Centro Federico Garcia Lorca in Granada in Andalusien zu sehen.

Arbeiten seines Freundes, des in Paris lebenden Künstlers DAVID HARDY, der ebenfalls gerne in Afrika, genauer gesagt in Madagaskar, arbeitet und der als erster Nicht-Rom 2017 in der Galerie Kai Dikhas ausstellen durfte, runden das kosmopolitische Kaleidoskop des Ortes des Sehens ab.

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch und gemeinsame Gespräche an der GYPSY ART BAR, einer Installation des Künstlers DAVID HARDY, an der wir Sie gerne mit spanischem Wein bewirten.