Alfred Ullrich . O N E   O F F
09. September 2019

Der K√ľnstler Alfred Ullrich ist ein erfahrener und ausgebildeter Drucker und Grafiker. √úber viele Jahre besch√§ftigt er sich mit dem breiten Medium der Radierung, von der Kaltnadel √ľber die Aquatinta bis hin zu Eigentechniken. Dabei interessieren ihn oft Besch√§digung, quasi Verwundungen des Materials, aus denen er abstrakte Arbeiten in einer ihm eigenen Klarheit und Eleganz schafft. Die Eigenart des Mediums ist die M√∂glichkeit der Vervielf√§ltigung des Originals - in Ullrichs Falle in zumeist exklusiven, handgefertigten Kleinauflagen auf wertvollen gesch√∂pften Papieren. Signiert und nummeriert lassen sie eine gr√∂√üere Anzahl von Betrachter*innen und auch Sammler*innen auf - man kann sagen demokratische Weise - an dem Original, an dem urspr√ľnglichen Moment der k√ľnstlerischen Sch√∂pfung teilhaben, als dies in der klassischen Malerei der Fall w√§re. In der handwerklichen Sorgfalt der Ausf√ľhrung und ihrer spielerisch leichten und doch stilsicher pointierten Darstellung werden Ullrichs Arbeiten zu begehrenswerten Kunstobjekten des Biennale-K√ľnstlers. Der sch√∂pferische Moment, die handwerkliche Bearbeitung ist ein einzigartiger Vorgang, der Druck das wiederholte Abbild desselben. Die Ausstellung ONE OFF (zu deutsch ‚Äöeinzigartig‚Äė oder auch ‚ÄöUnikat‚Äė) widmet sich den Monotypien des K√ľnstlers, die in seiner gekonnten Experimentierfreude in diesem Jahr ein Konvolut von Arbeiten au√üerordentlicher Qualit√§t bilden. W√§hrend also die Kunst Alfred Ullrichs auf der derzeitigen 58. Biennale in Venedig im Rahmen des 3. Roma Pavillons FutuRoma, kuratiert von Dr. Daniel Baker im Auftrag des ERIAC, European Roma Institute for Arts and Culture, zu sehen ist, gibt die Galerie Kai Dikhas Einblick in Ullrichs aktuelles Schaffen. Monotypien sind meist experimentelle Drucke, die nur ein einziges Mal gedruckt werden k√∂nnen. Zum Beispiel tr√§gt der Drucker auf die Druckplatte Farbe auf und druckt mit der Druckerpresse oder per Hand direkt auf Papier. Die entstehenden Werke sind also einmalig, wie der Gedanke eines Werkes oder der f√ľr K√ľnstler so begl√ľckende Entstehungsmoment.

 

Auf tiefblauen Werken kann man wie eine Reminiszenz an die Vergangenheit, in der seine Mutter als fahrende Sintezza noch mit Spitze handelte, Fragmente der floralen Muster von Spitzen-Decken erkennen, dar√ľber aber zur Fantasie anregende Farbwolken, in denen man Gesichter und andere Erinnerungen zu erkennen meint. Andere Werke erscheinen komplett abstrakt. Leuchtend magentafarbene Druckbildnisse lassen in Farbschichtungen und Schiebungen freie Denkr√§ume entstehen, wie sie nur der erfahrene K√ľnstler schaffen kann. Schwarze Abdr√ľcke von Verbandsmaterial erinnern in faszinierender Drei-Dimensionalit√§t an Zerbrechlichkeit und Verletzlichkeit des K√ľnstlers.

 

Flankiert wird die Ausstellung ONE ¬†OFF mit den limitierten Drucken der Editionen Kai Dikhas, die seit 2011 die Arbeit der Galerie begleiten. Zu sehen sind Editions-Drucke von Alfred Ullrich, der selbst den Ansto√ü f√ľr diese mittlerweile vielf√§ltige Reihe gegeben hat, aber auch solche von Damian und Delaine Le Bas, George M. Vasilescu, Gabi Jim√©nez, Val√©rie Leray; Jeannette Gregori u.a. So dokumentieren diese Druckauflagen die vielf√§ltige Arbeit der Galerie Kai Dikhas der letzten neun Jahre. Die Ausstellung wird zu einem Fest der Kunst, das nicht nur den Kai-Dikhas-K√ľnstler Alfred Ullrich feiert, sondern auch die Vielfalt des Mediums und der Kreativit√§t der internationalen K√ľnstler*innen der Minderheit insgesamt.

Moritz Pankok, K√ľnstlerischer Leiter Galerie Kai Dikhas

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