Imrich Tomáš

Imrich Tomáš wurde in der Slowakei geboren und zeigte schon als Kind ein außergewöhnliches künstlerisches Talent. Doch sein künstlerischer Drang, die Welt in Gemälden und Skulpturen immer nur zu interpretieren, machte ihn zum Außenseiter in der sozialistisch geprägten Gesellschaft, in der es für seine ästhetische Sichtweise und die Freiheit seines künstlerischen Schaffens keine Perspektive gab. Angesicht der Unmöglichkeit, sein Leben und seine Kunst in der Heimat zu vereinen, stellte der damals 21-jährige im Jahr 1969 einen Ausreiseantrag in die Bundesrepublik Deutschland. Er kam nach West-Berlin und bestritt seinen Lebensunterhalt zunächst als Hilfsarbeiter. In seiner Freizeit nahm er Malunterricht und traf in Kreuzberger Kneipen auf die im Aufbruch befindliche junge Berliner Kunstszene. Dort fand Imrich Tomas Zugang zur Literatur,
Philosophie, Kunst- und Malereigeschichte – und Kontakt zu Künstlern aus aller Welt. Im Jahr 1974 bewarb sich Imrich Tomas mit Erfolg an der Hochschule der Künste in Berlin. 1980 schloss er sein Studium im Fachbereich „Bildende Künste“ mit Meisterschüler-Auszeichnung ab. Seit 1982 besitzt Imrich Tomas die deutsche Staatsbürgerschaft und lebt und arbeitet in Berlin.
Jedes einzelne Kunstwerk verströmt den kompromisslosen Freiheitsdrang, die Tiefe und Fülle einer Kunst, die der Welt immer um einen Schritt voraus ist. Wie sich die Erfahrungen des Künstlers um Schicht Tomas die einzelnen Materialschichten zu einem völlig neuen, großen Ganzen.
Zarte Gespinste aus Flachs und Hanf geben sich bei näherem Hinsehen überraschend stabil, für unnachgiebig gehaltene Lackflächen in satten Farben gestalten sich in der jedem Objekt eigenen Formen-Landschaft als elegante, ja leichte Komponenten. Ob durchbrochene, verwobene, gespinstige Strukturen die Entwicklung des Bildes bis hinab in die erste, die Geburtsschicht
offenbaren, oder ob die Oberfläche geschlossen wirkt, tut dessen Tiefgang keinerlei Abbruch. Farbund Materialschichten bauen rhythmisch aufeinander auf und werden zum kraftvollen Gesamtereignis aus Strukturen, Farben, Materialien, Transparenz und Tiefe.
Die Kompositionen aus Hanf, Kunstharz, Lack, Schnur, Papier und Luft verschmelzen zu immer neuen, eigenen Welten und entführen den Betrachter in eine bislang
unbekannte, magische Dimension.

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