Nihad Nino Pušija – Andaro angluno vast / Aus erster Hand

Porträtserie international bekannter Roma-Künstler*innen und Aktivist*innen.

Wenn es um das Sujet der Sinti und Roma geht, ist die Fotografie die historisch komplexeste und problematischste Bildgattung. Werden sich Roma jemals von den traumatisierenden Praktiken der fotografischen Darstellung distanzieren können, durch die sie sexualisiert und kriminalisiert wurden – Praktiken, die sich durch die gesamte Geschichte der Anthropologie und Ethnografie ziehen? Und ist es endgültig unmöglich geworden, diesen fotografischen Blick umzukehren und zu erwidern?

Seit der Künstler und Fotograf Nihad Nino Pusija zum ersten Mal 1988 in Sarajevo ausstellte, stehen diese Fragen im Zentrum seiner Arbeit. Pusija beschäftigt sich mit den Vorurteilen gegenüber Roma und mit ihren politischen Folgen wie Deportation und Assimilation. Stets findet er neue Möglichkeiten, authentische Bilder zu schaffen. Damit leistet er einen Beitrag zur fortlaufenden kritischen Untersuchung seitens der europäischen Kunstszene, welche Rolle die Bilder der sogenannten „Anderen“ für das Selbstbild der Porträtierten spielen.

Nihad Nino Pušija (D/BIH) wurde 1965 in Sarajevo, Bosnien und Herzegowina geboren und er ist Kunstfotograf. Seine Arbeit konzentrierte sich hauptsächlich auf Dokumentar- und Porträtfotografie, deren Ziel es ist, die Identität der Roma in Berlin, wo er seit 32 Jahren lebt, und anderswo in Europa einzufangen. Wichtige Themen seiner Arbeit sind die Politik der Anerkennung, Minderheitenpositionen in der zeitgenössischen künstlerischen und kuratorischen Praxis, Südosteuropa, Flüchtlinge, Konfliktlösung, Integration, Inklusion sowie die Roma und Sinti in Europa.



Kuratiert von Era Trammer und Álvaro Garreaud.



Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Kai Dikhas und dem Bildungsforum gegen Antiziganismus. Sie findet in zwei Teilen statt, im Kunstraum Dikhas Dur und im Bildungsforum.



Eröffnung: 16.Mai 2024 – 19 Uhr
Austellung: 17.Mai – 30 Juni
Ort: Bildungsforum gegen Antiziganismus & Kunstraum Dikhas Dur, Prinzenstr. 84.2, 10969 Berlin

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