Unveiling Memories: Exploring Landscapes, Healing Rituals and Mutual Spaces

Unveiling Memories
Exploring Landscapes, Healing Rituals and Mutual Spaces


Mündlichkeit und eine mündliche Tradition bedeuten mehr als nur “Geschichten erzählen”. Sie sind das Mittel, mit dem das kulturelle und historische Gedächtnis einer Gemeinschaft bewahrt wird.

Das mündliche Überliefern von Geschichten durch Erzähler*innen aus Roma-Gemeinschaften wird seit den 1950er Jahren zunehmend dokumentiert, auch von Roma selbst. Die Erzähler*innen entscheiden in der Regel, was sie in der jeweiligen Situation vor welchem Publikum präsentieren. Sie bestimmen auch, was dauerhaft dokumentiert wird. Die Tatsache, dass eine Darbietung aufgezeichnet wird, kann die Entscheidung des Erzählers darüber beeinflussen, was er im Detail erzählen möchte. Die Erzähler*innen kann sich zum Beispiel dagegen entscheiden, eine gewagte Episode zu präsentieren oder einen groben Ausdruck einzubauen.

Ist die Kultur der mündlichen Überlieferung eine Form des Widerstands und Zugang zu Vergangenheit und Gegenwart einer Gemeinschaft? Und ist sie mit einem unsichtbaren Archiv von Ritualen und Aberglauben verbunden? Wir können versuchen, unsere Geschichte oder die Geschichten anderer zu verstehen, indem wir eine Aufzeichnung genau anschauen oder anhören, aber was nicht anwesend ist und aufgeführt wird, bleibt ungesagt. So wird ein Archiv einfach zu einer Dokumentation, die wir auf unendlich viele Arten interpretieren können, geprägt von den Einflüssen, die unsere Forschung leiten. Wie umfassend die Dokumentation auch sein mag, sie kann niemals den Anspruch auf Vollständigkeit erheben!

Die Ausstellung Unveiling Memories will Missverständnisse und Stereotypen in Frage stellen und gleichzeitig die Möglichkeit bieten, gemeinsame Räume für bedeutungsvolle Erinnerungen zu schaffen.

Die Installationen und Werke in dieser Ausstellung konzentrieren sich darauf, wie die Einschreibung und Bedeutung von Landschaften und Räumen durch die Erinnerung bewahrt werden. So zum Beispiel die Arbeiten von Marina Rosselle, deren suggestive Kreationen uns in eine Welt entführen, in der Erinnerungen mit der physischen Umgebung verwoben sind, oder Mihaela Drăgans “Spells for feminist futures”, wo die radikale Praxis performativer Heilungsrituale einen Blick in eine feministische Zukunft bietet, in der Unterdrückung dekonstruiert wird. Durch Klang, Fotos und Performance erkunden die Künstlerinnen die Themen der Heilung in unserer heutigen Zeit. Sie betrachten den Körper sowohl als Archiv als auch als Projektionsfläche für kollektive Erzählungen. Während die Arbeiten von Nino Pušija und Malgorzata Mirga Tas die äußeren Stereotypen der Roma-Kultur mit berührenden Darstellungen des Alltagslebens in Frage stellen, konfrontieren die Gedichte und die Performance von Jelena Savić die Vorstellung von der Vorherrschaft der europäischen Gadjos, indem sie die Komplexität des Weißseins in Europa erforschen und festgefahrene Systeme der Privilegien in Frage stellen. Der iranische Künstler Farokh Falsafi stellt die Frage nach der Politik der Erinnerung, die mit dem Zusammenspiel von Machtdynamik und räumlichen Konfigurationen in der zeitgenössischen Gesellschaft verwoben ist. Er Setzt seine Geschichte mit der Sammlung Kai Dikhas und den ausstellenden Roma-Künstlern*innen in verbindung und schlägt eine Installation vor, die die Bereiche der Sprache, der gebauten Umwelt und der Mechanismen der sozialen Kontrolle durchquert.
Die Ausstellung Unveiling Memories bringt Dichter*innen und Künstler*innen der Stiftung Kai Dikhas zusammen, deren Beiträge die Vielschichtigkeit kultureller, politischer und philosophischer Praktiken beleuchten.



PROGRAMM:
18.00 Eröffnung
18.30 Performance von Jelena Savić
19.30 Kollektives Heilungsritual – “Zaubersprüche für feministische Zukünfte” von Mihaela Drăgan
20.00 Heilungsgespräche unter vier Augen mit  Mihaela Drăgan
21.00 Performance “Remembering Skywoman Falling” von Franziska Anastasia Lentes
21.30 DJ Dirty cash

 
 


KÜNSTLER*INNEN:
Marina Rosselle
Malgorzata Mirga-Tas
Mihaela Drăgan
Jelena Savić
Nino Nihad Pušija
Farokh Falsafi
 


KURATORIN: Luna De Rosa
Co-KURATORIN: Merel Maan Galama



ERÖFFNUNG: 06.06.2024 um 18 Uhr
AUSSTELLUNG: 07.06 – 08.09.2024
ORT: Stiftung Kai Dikhas & Dikhas Dur

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